Leasing, Finanzierung oder Kauf: Was ist die beste Option beim Ford Transit Kasten?
Inhalt
- In welchen Szenarien ist Leasing eine sinnvolle Lösung?
- Finanzierung eines Ford Transit – für Unternehmen wie Privatkäufer oftmals die goldene Lösung
- Laufleistung, Elektrotransporter und Steuerfallen – diese Punkte gilt es zu bedenken
- EU-Reimporte – was sind die Vorteile und welche Punkte sind zu beachten?
- Gebrauchtwagen oder Neufahrzeug – lohnt sich die Anschaffung eines gebrauchten, günstigen Ford Transit?
- Ford Transit leasen, finanzieren oder kaufen? Das ist das Fazit
In welchen Szenarien ist Leasing eine sinnvolle Lösung?
Leasing hat oft den Ruf, die teurere Option im Vergleich zum Neuwagenkauf zu sein. Das lässt sich allgemein jedoch nicht so festhalten, wenn wir die Gesamtkosten betrachten. Gerade für Unternehmen hat das Leasing mehrere interessante Eigenschaften. Aus diesem Grund lohnt sich besonders für Handwerksbetriebe und andere Unternehmen eine genaue Abwägung der Vorteile und Nachteile.
Da ist zuerst die Abwälzung der Risiken. Beim Leasing endet der Vertrag nach einer bestimmten Zeit und ihr gebt das Fahrzeug zurück. Das geschieht meist zu einem Zeitpunkt vor den ersten größeren Reparaturen. Beim Ford Transit sind dies zum Beispiel der komplexe Wechsel des Zahnriemens, der bis zu 2.000 Euro an Kosten verursacht. Auch treten schwerwiegende Defekte sehr selten in den ersten Jahren auf. Da sind zum Beispiel Motorschäden, die bei bestimmten Modellen schon nach 160.000 Kilometern drohen. Durch das Leasing umgeht ihr diese Probleme und Situationen einfach.
Für Unternehmen ist zudem die steuerliche Betrachtung interessant. Beim Leasing geht ihr keine Kapitalbindung ein, könnt aber dennoch die monatlichen Raten als Betriebsausgaben geltend machen. Die Abschreibung bei einem gekauften Ford Transit bringt euch hingegen erst über die Jahre einen steuerlichen und finanziellen Ausgleich.
Ein weiterer Vorteil beim Full-Service-Leasing ist der Anspruch auf ein Ersatzfahrzeug. Fällt euer Wagen dennoch einmal aus, erhaltet ihr umgehend einen gleichwertigen Ersatz. Gerade die jüngere Vergangenheit mit den unzuverlässigen Lieferketten hat gezeigt, dass es im schlimmsten Fall Wochen dauert, bis das notwendige Ersatzteil zur Verfügung steht. Ist der Wagen euer Eigentum, fehlt euch in dieser Zeit das Fahrzeug oder ihr müsst euch selbst um Ersatz kümmern. Gerade für Gewerbetreibende ist das Leasing aus diesen Gründen eine sichere Option.
Finanzierung eines Ford Transit – für Unternehmen wie Privatkäufer oftmals die goldene Lösung
Bei der Anschaffung eines Fahrzeugs setzt die Mehrheit inzwischen auf ein Finanzierungsmodell. Im Jahr 2024 lag der Anteil beim Fahrzeugkauf etwa bei 57 Prozent. Auf dem zweiten Platz folgt schon das Leasing. Für die Beliebtheit der Finanzierung gibt es klare Gründe.
Ein wichtiges Argument für die Finanzierung ist natürlich, dass ihr kaum Kapital für die Anschaffung benötigt. Außerdem ist die Rate für die Finanzierung meist vergleichbar mit der Leasingrate. Ein Blick auf ein Finanzierungsbeispiel zeigt die Unterschiede. In der Basisausstattung kostet der Ford Transit 2026 rund 32.000 Euro. Bei einer Anzahlung von 7.177 Euro und einer Laufzeit von vier Jahren beträgt die monatliche Rate bei uns 144 Euro. In diesem Beispiel verbleibt eine Schlussrate von 20.634 Euro. Das Leasing dieses Fahrzeugs ist ab etwa 170 bis 200 Euro pro Monat möglich. Der Unterschied ist natürlich, dass ihr beim Leasing das Fahrzeug abgebt, während es bei der Finanzierung euer Eigentum ist.
Wer als Unternehmer zwischen Finanzierung und Leasing schwankt, sollte zudem das Restwert-Risiko bei der Rückgabe des Fahrzeugs bedenken. Gerade hier leiden die Transporter im täglichen Betrieb. Kratzer und Dellen gehören zur Normalität. Das sorgt oftmals dafür, dass bei der Leasingrückgabe eine Nachzahlung gefordert wird, da das Fahrzeug keine normale, alters- und laufleistungsbedingte Gebrauchsspuren, sondern stärkere Beschädigungen besitzt. Bei einer Finanzierung müsst ihr euch als Unternehmen hingegen keine Gedanken über solche potenziellen Kosten machen.
Laufleistung, Elektrotransporter und Steuerfallen – diese Punkte gilt es zu bedenken
Bei der Anschaffung gibt es eine Reihe von Faktoren, die eure Entscheidung beeinflussen. Einige von diesen sind ausschlaggebend, wenn es darum geht, ob das Leasing oder eine Finanzierung die bessere Wahl ist.
Ist euer Ziel, das Fahrzeug möglichst lange zu nutzen, dann ist der Kauf oder eine Finanzierung meist die bessere Option. Wer hingegen plant, alle paar Jahre das Fahrzeug zu wechseln, fährt mit dem Leasing besser. Grob gesagt bewegt sich die Grenze bei fünf Jahren Nutzungsdauer. Wer jedoch plant, ein Fahrzeug sehr lange zu nutzen, sollte ab dem ersten Tag das Fahrzeug entsprechend pflegen. Der Ford Transit ist dafür bekannt, Rostprobleme zu entwickeln. So sind eine Hohlraumversiegelung sowie ein Unterbodenschutz zeitnah nach dem Erwerb ratsam. Diese zusätzlichen Kosten von um die 1.000 Euro solltet ihr direkt einplanen. Beim Leasing ist dies hingegen nicht relevant, da ihr das Fahrzeug nach kurzer Nutzungsdauer zurückgebt.
Gerade beim Ford Transit beeinflusst euer Nutzungsverhalten auch die Abnutzung. Private Besitzer fahren häufig kurze Strecken. Bei dem Modell führt dies immer wieder zu verstopften Dieselpartikelfiltern und einer Ölverdünnung. Das erfordert häufige Ölwechsel, teilweise in einem Intervall von 10.000 Kilometern, anstelle von 50.000 Kilometern. Erwerbt ihr den Transit fest, solltet ihr diese Kosten einkalkulieren. Ähnliches gilt für Unternehmen, die planen, das Fahrzeug auf Kurzstrecke einzusetzen. Dies ist beispielsweise bei Zustellern oder im innerstädtischen Verkehr der Fall. Dann ist das Leasing meist die wirtschaftlichere Lösung. Kommt das Fahrzeug hingegen auf Langstrecken mit hoher jährlicher Fahrleistung zum Einsatz, sind Laufleistungsschäden wahrscheinlicher.
Plant ihr, euren Ford Transit zu einem individuellen Camper umzubauen, dann achtet auf die Art der Zulassung. Der Ford Transit kann als Pkw oder Lkw zugelassen sein. Mit Lkw-Zulassung ist die Versicherungsprämie sehr hoch. Auch stuft der Zoll das Fahrzeug als Pkw ein, wenn es nicht die Vorgaben für den Umbau zum Wohnmobil erfüllt. Das führt zu einer höheren Steuerlast.
Eine besondere Situation zeigt sich bei dem Ford Transit mit Elektromotor. Hier ist eure Art der Nutzung entscheidend. Sinnvoll ist das Leasing eines solchen Elektrofahrzeugs im Prinzip nur, wenn ihr viel im Stadtverkehr und auf Kurzstrecken unterwegs seid. Ebenfalls wichtig ist, dass ihr eine eigene oder günstige Lademöglichkeit habt – dann rentiert sich die Nutzung. Auf Langstrecken wie im Urlaub sind die limitierte Reichweite sowie begrenzte Lademöglichkeiten ein Hindernis und durch den schweren Akku ist die Zuladung niedriger als beim Ford Transit mit Verbrennungsmotor. Das mindert gleichzeitig den Wiederverkaufswert auf dem privaten Markt.
EU-Reimporte – was sind die Vorteile und welche Punkte sind zu beachten?
Bei Kauf eines Neufahrzeugs steht euch neben den Angeboten der Vertragshändler noch eine Alternative zur Verfügung, und zwar die Wahl eines EU-Reimports. Dies sind Fahrzeuge, die aus anderen EU-Ländern stammen und von dort nach Deutschland exportiert wurden.
Solche EU-Reimporte bieten euch teilweise enorme Preisvorteile. Beispielsweise ist der Ford Transit in Österreich oder Polen bis zu 20 Prozent günstiger im Listenpreis als in Deutschland. Dafür gibt es Gründe. Das liegt zum einen an der Strategie von Ford. Die Preise in anderen Ländern orientieren sich unter anderem an der lokalen Kaufkraft. Zum anderen bietet Ford die Fahrzeuge in anderen Ländern aber auch mit abweichender Ausstattung an. So müsst ihr bei EU-Reimporten oftmals auf bestimmte Eigenschaften verzichten. Typisch ist zum Beispiel die fehlende Sitzheizung bei Reimporten aus Südeuropa. Ebenfalls sind die Bordmenüs mitunter in anderen Sprachen verfügbar.
Für wen lohnt sich jetzt ein EU-Reimport? Ihr dürft den zusätzlichen Aufwand bei der Zulassung, beispielsweise für temporäre Kennzeichen, nicht vergessen. Jedoch ist für Privatkäufer, die günstig an einen Ford Transit kommen wollen, der Reimport eine interessante Option. Das gilt vor allem dann, wenn ihr selbst noch Zeit in das Fahrzeug investieren wollt und es individuell ausbaut. In einem solchen Fall ist die fehlende Zusatzausstattung oftmals ein kleineres Problem. Für Unternehmen hingegen sind EU-Reimporte meist keine gute Option. Zum einen ist die Mehrwertsteuer beim Kauf eines Fahrzeugs als Vorsteuer voll abzugsfähig. Das mindert den Preisvorteil beim Reimport. Zum anderen fällt die Gewährleistung bei reimportierten Fahrzeugen geringer aus und die Wartung ist eventuell komplizierter.
Gebrauchtwagen oder Neufahrzeug – lohnt sich die Anschaffung eines gebrauchten, günstigen Ford Transit?
Die Alternative zu einem Neufahrzeug ist ein Gebrauchtwagen. Gerade bei einem Modell wie dem Ford Transit ist das Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt sehr groß – schließlich handelt es sich um ein beliebtes Fahrzeug mit langer Tradition. Die Kernfrage hier: Lohnt es sich, einen Ford Transit Kastenwagen für unter 10.000 Euro zu erwerben, und welche Risiken bringt ein solcher Kauf mit sich?
Ein Aspekt ist natürlich der Zustand des Fahrzeugs, der individuell von Wagen zu Wagen unterschiedlich ist. Hier gilt es, Punkte wie die Kilometerleistung, regelmäßige Wartung oder Rostprobleme zu prüfen. Darüber hinaus sollte das Augenmerk auf spezifischen Problempunkten des Ford Transit liegen. Bekannt sind zum Beispiel Probleme mit dem 2.2 TDCi (Euro 5) Motor. Dieser hat eine Neigung zu Motorschäden durch Risse im Kolben oder zu defekten Injektoren. Es ist ratsam, gerade diese Variante nur mit einer umfassenden Gebrauchtwagengarantie zu kaufen oder ihr weicht auf ein anderes Fahrzeug aus.
Außerdem ist ein Blick in die Pannenstatistik des ADAC hilfreich. In dieser erkennt ihr, dass bestimmte Jahrgänge der vorherigen Generationen beim Ford Transit durch überdurchschnittlich viele Pannen auffallen. Das betrifft vor allem Fahrzeuge aus den Baujahren 2015 und 2019. Ford Transit mit den Baujahren 2021 oder 2018 sind hingegen deutlich seltener von Pannen betroffen und gehören zu den zuverlässigeren Fahrzeugen dieser Jahrgänge.
Was es bei besonders günstigen Gebrauchtfahrzeugen zu beachten gilt, ist die Gefahr eines wirtschaftlichen Totalschadens. Das ist der Fall, wenn die Kosten für die Instandsetzung den Wert des Wagens überschreiten. Teilweise findet ihr auf dem Markt sehr preiswerte Ford Transit. Diese sind mitunter schlecht gewartet und besitzen schwere Rostschäden, beispielsweise an den Schwellern oder den Radläufen. Durch den Wartungsstau kommen dann hohe Instandsetzungskosten auf euch zu und die Gefahr eines schwereren Schadens ist nie ganz auszuschließen.
Ford Transit leasen, finanzieren oder kaufen? Das ist das Fazit
Es gibt also keine eindeutige Antwort, ob Leasing, Finanzierung, Direktkauf oder ein Gebrauchtfahrzeug die beste Option ist. Alles hängt davon ab, wie ihr das Fahrzeug einsetzt und welche Vorstellungen ihr habt. Auch beim Leasing von Neuwagen gibt es interessante Rabatte, von teilweise über 30 Prozent des Listenpreises. Ausschlaggebend ist auch, wer das Risiko bei Reparaturen und Ausfällen tragen soll. Full-Service-Leasing ist nicht die preisgünstigste Option, nimmt euch aber Risiken ab und ihr erhaltet im Schadenfall ein Ersatzfahrzeug. Denkt beim Neukauf zudem daran, dass bei Wunschausstattungen die Lieferzeit bis zu 12 Monate betragen kann. Aus diesem Grund greifen besonders Gewerbetreibende häufig auf schnell verfügbare Lagerfahrzeuge zurück. Dies legt dann aber auch die Konditionen fest.