Pkw- oder Lkw-Zulassung: Das sind die Unterschiede und Vorteile

Um die Zulassung als Lkw ranken sich viele Gerüchte und Geschichten. Vor allem geht es darum, bei der Kfz-Steuer und der Versicherung zu sparen. Bestimmte Modelle von Ford, wie den Transit oder den Ranger, könnt ihr sowohl als Pkw als auch als Lkw zulassen. Welche Variante in welchem Szenario wirklich vorteilhafter ist und welche Voraussetzungen ihr bei der Zulassung als Lkw erfüllen müsst, erfahrt ihr in diesem Ratgeber.
Lena Berger | 10.02.2026 14:42
Steuern & Versicherung

Diese Voraussetzungen muss ein Fahrzeug bei der Zulassung als Lkw erfüllen

Nicht jedes Fahrzeug könnt ihr als Lkw zulassen. Um die Wahl zwischen einer Zulassung als Pkw oder Lkw zu haben, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Ausschlaggebend ist zunächst die EU-Fahrzeugklasse. Hier muss primär eine Einstufung in Klasse N erfolgen. Die Klasse N umfasst alle Fahrzeugmodelle, die für die Güterbeförderung geeignet sind. Lkw sind dabei nicht nur Fahrzeuge mit einem zugelassenen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen. Diese bilden die Nutzfahrzeugklassen N2 und N3. Fahrzeuge mit weniger als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht gelten als leichte Nutzfahrzeuge und gehören in die Klasse N1.

 

Wichtig sind dabei die Eigenschaften des Fahrzeugs. So muss eine dauerhafte Trennung von Fahrgast- und Laderaum vorhanden sein. Grundsätzlich können auch nur Zwei- oder Dreisitzer als Lkw zugelassen werden. Bei Fahrzeugen mit mehr Sitzplätzen müssen diese ausgebaut werden. Fahrzeuge mit Doppelkabine können als leichte Nutzfahrzeuge der Klasse N1 gelten, wenn die Fläche des Laderaums größer als der Bereich für die Personenbeförderung ist.

 

Eine spätere Ummeldung zu einem Lkw ist ebenfalls möglich. Dafür ist jedoch eine Einzelabnahme nach §21 StVZO beim TÜV oder der DEKRA erforderlich. Das ist mit zusätzlichen Kosten und den entsprechenden Umbauten verbunden, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

Bei diesen Modellen von Ford ist eine Zulassung als Lkw möglich

Von Ford gibt es eine Reihe von Modellen, die sowohl für den gewerblichen als auch für den privaten Einsatz konzipiert sind. Gerade der Ford Transit ist gleichermaßen als Lieferwagen wie auch als geräumiges und vielseitiges Fahrzeug im Alltag beliebt. Als Kombi und Kastenwagen ist der Ford Transit bei uns sowohl für den gewerblichen Einsatz als auch als Familienfahrzeug verfügbar. 

 

Gleiches gilt für den Ford Transit Custom, den es als Kastenwagen oder mit Doppelkabine bei uns gibt. Ford Transit Connect und Ford Transit Courier sind ebenfalls als kompakte Fahrzeuge in verschiedenen Einsatzbereichen unterwegs. Ein weiteres Modell, das als Lkw und Pkw zugelassen werden kann, ist der Ford Ranger. Diesen Pickup gibt es mit Doppelkabine oder mit Extrakabine.

Kfz-Steuer: Das sind die Unterschiede zwischen Pkw- und Lkw-Zulassung

Bei der Kfz-Steuer finden zwei vollständig andere Berechnungsmethoden Anwendung, abhängig davon, ob das Fahrzeug als Pkw oder Lkw eingetragen ist. Bei Pkw erfolgt die Kalkulation basierend auf dem Hubraum sowie dem CO₂-Ausstoß. Die Berechnung bei Lkw basiert hingegen auf dem zulässigen Gesamtgewicht. In den meisten Fällen führt dies dazu, dass die Kfz-Steuer für ein Fahrzeug mit Lkw-Zulassung niedriger ausfällt.

 

Bei der Zulassung als Pkw fällt bei Neufahrzeugen ein Sockelbetrag von 2,00 Euro bei Wagen mit Ottomotor beziehungsweise 9,50 Euro bei Dieselfahrzeugen pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum an. Zusätzlich entscheidet der CO₂-Wert über die Kfz-Steuer. Pro Gramm CO₂ kommen nochmals zwischen zwei und vier Euro Kfz-Steuer pro Jahr hinzu. Ein Ford Transit Kastenwagen Modell 2026 liegt beim CO₂-Wert je nach Fahrzeugart und Motor zwischen 194 g/km und 206 g/km CO₂. Der Ford Transit Custom bewegt sich zwischen 184 g/km und 236 g/km CO₂. Bei diesen Fahrzeugen bewegt sich die Kfz-Steuer somit in der Regel in einem Bereich zwischen 210 Euro und 250 Euro im Jahr.

 

Anders sieht die Situation bei der Lkw-Zulassung aus. Bei Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen fallen für die ersten 2.000 Kilogramm Gesamtgewicht pro angefangene 200 Kilogramm 11,25 Euro an Kfz-Steuer an. Ab 2,0 bis 3,0 Tonnen kommen dann 12,02 Euro für jede weitere 200 Kilogramm an Gesamtgewicht hinzu. Für das zulässige Gesamtgewicht ab 3,0 bis 3,5 Tonnen sind es dann 12,78 Euro pro angefangene 200 Kilogramm. Bei einem Ford Transit Custom Doppelkabine liegt das zulässige Gesamtgewicht beispielsweise bei 2.800 Kilogramm. Dies ergibt eine jährliche Kfz-Steuer in Höhe von 160,58 Euro. Bei Fahrzeugen mit mehr als 3,5 Tonnen an zulässigem Gesamtgewicht kommen zusätzlich noch Emissions- und Geräuschklassen-Aufschläge hinzu. Diese sind abhängig von der Schadstoffklasse. Eine Lkw-Zulassung ist also etwa 50 bis 100 Euro günstiger im Jahr.

Welche Auswirkung hat die Art der Zulassung auf die Fahrzeugversicherung?

Der zweite große Kostenfaktor bei den laufenden Kosten ist die Fahrzeugversicherung. Vorab gilt, dass ein allgemeiner Kostenvergleich bei der Versicherung schwer ist, denn es gibt eine Reihe von individuellen Faktoren, die ausschlaggebend für die genaue Höhe sind. Dazu zählen eure persönliche Schadenfreiheitsklasse, die Typklasse des Fahrzeugs, euer Wohnort und natürlich die Art der Versicherung, für die ihr euch entscheidet.

 

Eine große Auswirkung hat so die Schadenfreiheitsklasse. Habt ihr bereits eine hohe Klasse erreicht und somit deutliche Rabatte in der Pkw-Klasse, profitiert ihr von niedrigeren Beiträgen. Die SF-Klasse wird nicht unbedingt auf die Lkw-Tarife übertragen. Dies hängt vom Versicherer und dem jeweiligen System ab. Die Schadenfreiheitsklasse beeinflusst vor allem die Kfz-Haftpflicht und die Vollkasko. Teilweise erhaltet ihr nur einen Teil der gesammelten Boni, in anderen Fällen beginnt ihr sogar ganz von vorne. Bereits dies kann ausreichen, um die Kfz-Versicherung bei einer Lkw-Zulassung unattraktiv teuer zu machen.

 

Wichtig sind auch die Nutzungseinschränkungen, die es oftmals bei Lkw-Versicherungen zu berücksichtigen gilt. Diese fallen je nach Versicherer und Tarif sehr unterschiedlich aus. So ist eventuell eine private Nutzung eingeschränkt oder sogar untersagt. Eventuell ist eine private Nutzung auch nur durch zusätzliche Kosten möglich. Einige Versicherer schreiben ein Mindestalter des Fahrzeugführers vor oder Lkw-Tarife beschränken die Jahresfahrleistung. Zudem gibt es bei Lkw-Tarifen mitunter eine Einschränkung, was das Einsatzgebiet betrifft. In bestimmten Tarifen sind nur Fahrten innerhalb der EU oder sogar nur innerhalb Deutschlands versichert. Was ebenfalls für euch wichtig sein könnte, ist, dass bei Lkw-Versicherungen oftmals kein Umbau zum Camper erlaubt ist. Innenausbauten oder Aufbauten, beispielsweise am Ford Transit, sind dann nicht versichert. Bei Pkw-Versicherungen übernehmt ihr hingegen die Schadenfreiheitsklasse, die ihr bisher erworben habt. Außerdem habt ihr bei klassischen Pkw-Versicherungen eine größere Auswahl, was die Tarife betrifft.

 

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass bei der reinen Haftpflicht eine Lkw-Versicherung häufig ein wenig günstiger ist. Bei der Vollkasko hingegen sind Pkw-Versicherungen meist im Vorteil, vor allem dann, wenn ihr eine hohe Schadenfreiheitsklasse besitzt. Denkt als weitere Option an die spezielle Wohnmobilversicherung, wenn ihr euren Ford Transit in dieser Form nutzen wollt.
 

Wann lohnt sich eine Zulassung als Lkw?

Viele denken, dass die Entscheidung zwischen Pkw- und Lkw-Zulassung vor allem mit finanziellen Vorteilen zusammenhängt. Die Realität zeigt, dass dieser Aspekt in den meisten Fällen weniger interessant ist, als ihr vielleicht denkt. In bestimmten Szenarien spart ihr dennoch einige hundert Euro pro Jahr mit einer Lkw-Zulassung.

 

Durch die damit verbundenen Einschränkungen lohnt sich eine Lkw-Zulassung dennoch nur, wenn ihr primär gewerblich mit dem Fahrzeug unterwegs seid. Als Firmenfahrzeug, für den Transport von Material oder bei der Beförderung von Gütern solltet ihr deshalb euren Ford Transit sowie andere Modelle als Lkw zulassen.

 

Anders sieht die Situation aus, wenn ihr vor allem privat mit dem Fahrzeug unterwegs seid, einen Umbau zu einem individuellen Camper plant oder den Ford Transit als vielseitiges Familienfahrzeug einsetzen wollt. Dann ist eine klassische Zulassung als Pkw sinnvoller, auch wenn dies in einer höheren Kfz-Steuer resultiert. Dafür könnt ihr flexibel zwischen Personentransport und Laderaum wechseln, was sowieso eine Stärke des Ford Transit und ähnlicher Modelle ist.
 

Die beste Entscheidung für euch – Lkw oder Pkw?

Wie so oft gibt es also keine klare Empfehlung, ob eine Pkw- oder Lkw-Zulassung die bessere Option ist. Alles hängt vom jeweiligen Szenario und euren Zielen ab. Eine kompetente Beratung und eine genaue Analyse sind aus diesem Grund der richtige Weg. Da eine Umschreibung mit bürokratischem Aufwand, Kosten und meistens auch Umbauten verbunden ist, lohnt es sich, die Entscheidung vor dem Kauf genau zu prüfen. Sprecht uns gerne an, wenn ihr unschlüssig seid, welche Variante für euch die bessere Option ist. Wir beraten euch vor Ort und persönlich.

 

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